Ihr Ratgeber zum Thema Laktoseintoleranz

Laktoseintoleranz: Die 10 häufigsten Fragen. Und unsere Antworten.

Die Frage, die Sie sich stellen, ist nicht dabei? Wenden Sie sich an Dr. Gunda Backes. Sie wird Ihre Fragen so schnell wie möglich beantworten.



Was genau ist Laktoseintoleranz?

Laktose ist der lateinische Name für Milchzucker. Wer an Laktoseintoleranz leidet, verträgt keinen oder nur wenig Milchzucker. Der Grund: Der Körper bildet zu wenig oder gar keine Laktase. Das ist das Enzym, das normalerweise Laktose im Darm in die beiden Einfachzucker Glukose und Galaktose abbaut. Fehlt dieser Abbau, verbleibt Laktose im Darm und kann dort Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen oder Blähungen auslösen.

 

Welche Formen des Enzymmangels gibt es?

Am häufigsten tritt der primäre Laktasemangel auf. Dabei nimmt die Laktaseaktivität mit steigendem Lebensalter ab. Dies ist genetisch bedingt.
Der sekundäre Laktasemangel tritt in Folge anderer Erkrankungen auf, wie etwas bei Zöliakie oder Pankreaserkrankungen.
Sehr selten fehlt das Enzym Laktase von Geburt an völlig. Dann spricht man von einem kongenitalen Laktasemangel. Betroffene müssen ihr Leben lang Milchzucker völlig meiden.

 

Woran erkenne ich, ob ich von Laktoseintoleranz betroffen bin?

Wenn Sie nach dem Verzehr von Milchzucker (also nach Milch oder Milchprodukten) Völlegefühl, Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall haben, sollten Sie an Laktoseintoleranz denken.  Eine sichere Diagnose kann aber nur der Arzt stellen.

 

Was unterscheidet Laktoseintoleranz von einer Kuhmilchallergie?

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem auf bestimmte Stoffe (Allergene) wie etwa Milcheiweiß. Dabei bildet der Körper Antikörper. Dieser erste Kontakt heißt Sensibilisierung. Bei einem nächsten Kontakt treten typische Symptome auf, meist an Haut, Darm oder Atemwegen. Die Symptome einer Unverträglichkeit können denen einer echten Allergie ähneln, allerdings sind dann keine Antikörper nachweisbar. Worum es sich handelt, kann letztendlich nur der Arzt diagnostizieren.

 

Diagnose Laktoseintoleranz – was tun?

Jetzt müssen Sie Laktose entweder völlig meiden (selten) oder aber individuell testen, wie viel Laktose Sie vertragen. Am besten lassen Sie sich von Ihrem Arzt eine Ernährungsfachkraft empfehlen, die auf Ihre individuelle Situation eingeht und mit Ihnen zusammen das weitere Vorgehen bespricht. Auf unserer Website finden Sie eine Liste mit den Laktosegehalten verschiedener Milchprodukte.

Liegt eine andere Darmerkrankung zugrunde, muss zunächst diese behandelt werden. Dann kann sich der sekundäre Laktasemangel auch zurückbilden.

 

Welche Lebensmittel sollte ich bei Laktoseintoleranz meiden?

Besonders Milch und Milchprodukte wie Sahne, Jogurt, Quark und Käse enthalten Milchzucker. Allerdings gibt es große Unterschiede im Laktosegehalt. Hartkäse enthält meist kaum Laktose, während Frisch- oder Weichkäse mehr Laktose enthalten. Aber auch viele Fertiggerichte und Soßen enthalten Laktose. Daher: Schauen Sie beim Einkaufen genau auf die Zutatenliste, Laktose (oder Milchzucker) muss deklariert werden. Übrigens enthalten auch viele Medikamente Laktose! In Ausnahmefällen (z.B. unterwegs) können in Absprache mit dem Arzt auch Laktasetabletten Abhilfe schaffen, die zum Essen eingenommen werden. 

 

Kann ich trotz Laktoseintoleranz Milch trinken?

Je nachdem, wie viel Laktose Sie vertragen, können Sie kleine Mengen an Milch trinken (z.B. als Milch im Kaffee). Eine andere Möglichkeit ist der Konsum laktosefreier Milch, die im Handel oder in MUH Online-Shop erhältlich ist.

 

Wie kann ich mich auch ohne Milch mit Calcium versorgen?

Falls Sie Milch und Milchprodukte völlig meiden, ist unbedingt an eine ausreichend Versorgung mit Kalzium zu denken. Gut geeignet sind kalziumreiche Mineralwässer, mit Calcium angereicherte Fruchtsäfte sowie kalziumreiches Gemüse (Fenchel, Brokkoli, Lauch, Grünkohl). Hartkäse wie Emmentaler oder Gouda enthalten ebenfalls sehr viel Calcium. Am besten sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ernährungsberater auch über eine mögliche Ergänzung mit Calcium.

 

Wo finde ich einen Ernährungsberater in meiner Nähe?

Adressen zu Ernährungsberatern in Ihrer Nähe finden Sie unter: www.dge.de, www.vdd.de, www.vdoe.de. Oder wenden Sie sich an Ihre Krankenkasse.