Leiden Sie unter Magen-Darm-Problemen, Hautunreinheiten, Konzentrationsschwierigkeiten oder Kopfschmerzen?
Auslöser chronischer Beschwerden dieser Art könnten Nahrungsmittelunverträglichkeiten sein. Unsere Ernährungsexpertin hat Ihnen grundlegende Informationen zu den drei häufigsten Nahrungsmittelintoleranzen zusammengestellt
Die Fruktoseintoleranz ist eine Unverträglichkeit von Fruchtzucker. Fruktose kommt natürlicherweise in Obst, aber auch als Zusatz in Lebensmitteln wie etwa in Joghurt oder Müsli vor. Bei den meisten Menschen gelangt Fruktose vom Dünndarm über ein spezielles Transportsystem (GLUT-5-Transporter) in den Körper. Liegt jedoch durch eine Änderung dieses Transporters eine Fruktoseintoleranz vor, kann die aufgenommene Fruktose nicht abtransportiert werden. Sie gelangt in den Dickdarm und wird dort von Bakterien abgebaut. In der Folge entstehen unangenehme Beschwerden wie Schmerzen, Blähungen oder Durchfälle.
Die Diagnose der Fruktoseintoleranz erfolgt über den sogenannten "H2-Atemtest“ beim Arzt. Dafür wird ein Gemisch aus Wasser und Fruktose getrunken und die abgeatmete Atemluft über mehrere Stunden in 20-minütigen Abständen gemessen. Auch ein Ernährungstagebuch kann hilfreich sein, um der Fruktoseintoleranz auf die Spur zu kommen.
Therapiert wird die Fruktoseintoleranz durch eine Ernährungsumstellung. Die Betroffenen müssen zwar nicht generell auf Fruktose verzichten, aber insgesamt weniger aufnehmen.
Wie viel das ist, kann von Person zu Person variieren und muss individuell getestet werden. Da das Einschränken des Obstverzehrs auch eine geringere Aufnahme an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen bedeutet, ist es sinnvoll, sich durch eine Ernährungsfachkraft beraten zu lassen. Übrigens ist die Fruktoseaufnahme auch durch andere Zuckerarten beeinflussbar. Wer gleichzeitig mit Fruktose auch Traubenzucker (Glucose) aufnimmt, kann mehr Fruktose verstoffwechseln. Dagegen hemmt der Zuckeralkohol Sorbit, der häufig als E420 in zuckerfreien Lebensmitteln eingesetzt wird, den Fruktosetransport.
Achtung: Es handelt sich hier nicht um die hereditäre Fruktoseintoleranz (HFI). Bei dieser liegt von Geburt an ein Enzymdefekt vor, sodass sich betroffene Menschen lebenslang fruktosefrei ernähren müssen.
Unter einer Histaminintoleranz versteht man eine Unverträglichkeit gegenüber Histaminen, die mit der Nahrung aufgenommen werden. Histamin ist ein sogenanntes biogenes Amin, das aus Aminosäuren entsteht und natürlicherweise in verschiedenen Lebensmitteln vorkommt.
Besonders Rotwein, Schokolade, Fisch, reifer Käse, gereifte Fleischprodukte wie Schinken oder auch Tomaten enthalten viel Histamin. Bei einer Histaminintoleranz können bereits kleine Mengen Histamin – wie sie etwa in einem Glas Rotwein und einem kleinen Stück Käse enthalten sind - Symptome wie Kopfschmerzen, Atemwegbeschwerden, Juckreiz oder Magen-Darmbeschwerden verursachen. Meist entscheidet die Menge des aufgenommenen Histamins über das Ausmaß der Beschwerden.
Was genau zur Ausprägung einer Histaminintoleranz führt, ist noch nicht bekannt. Vermutet wird entweder ein Fehlen oder eine schwache Aktivität des Enzyms Diaminoxidase (DAO), das normalerweise das Histamin im Darm abbaut. Da bisher einheitliche Standards für die Diagnosestellung fehlen und noch nicht klar ist, ob die Bestimmung der DAO-Aktivität dafür hilfreich ist, ist die Diagnose der Histaminintoleranz häufig recht mühsam. Grundlegend sind eine ausführliche Anamnese und eine Eliminationsdiät, die am besten durch eine auf Allergien spezialisierte Fachkraft erfolgen. Zunächst verzichten Betroffene dazu vier Wochen auf Lebensmittel mit biogenen Aminen. Über die gleiche Zeitspanne wird ein Ernährungstagebuch geführt. In der anschließenden Phase (Reexposition) isst der Patient die zuvor gemiedenen Lebensmittel wieder. Treten erneut die zuvor beobachteten Symptome auf, spricht dies für die Diagnose Histaminintoleranz.
Achtung: Eine Histaminintoleranz kann leicht mit einer Allergie verwechselt werden. Daher sollte dies vor der Diagnose Histaminintoleranz ausgeschlossen werden.
Laktoseintoleranz bedeutet eine Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktose). Personen mit Laktoseintoleranz können die natürlicherweise in Milch vorkommende Laktose nicht oder nur unvollständig spalten. Warum ist das so? Normalerweise wird Laktose durch das Enzym Laktase in die beiden Einfachzucker Glucose und Galactose gespalten, die dann in die Blutbahn gelangen und Zellen und Organe mit Energie versorgen. Fehlt die Laktase dagegen, gelangt ein Großteil der Laktose unverdaut in den Darm und kann dort Beschwerden wie Durchfall, Blähungen, Bauchkrämpfe und Erbrechen auslösen. Lang andauernde schwere Durchfälle reizen die Darmschleimhaut und können die Aufnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen stören; teilweise treten auch vermehrt Infektionen auf. Wird eine Laktoseintoleranz nicht behandelt, kann der Dünndarm mit der Zeit so stark geschädigt werden, dass die Aufnahme von Nährstoffen erschwert wird.
Die grundlegende Therapie bei einer Laktoseintoleranz ist das Einschränken der Laktoseaufnahme. Dies sollte immer in Absprache mit einem Arzt oder einer professionellen Ernährungsfachkraft erfolgen. Aus Angst vor schmerzhaften oder unangenehmen Symptomen streichen viele Betroffene Milch und Milchprodukte oft völlig von ihrem Speiseplan. Das schränkt ihre Lebensqualität unnötig ein und ist meist nicht notwendig. Denn die meisten Menschen bemerken erst ab einer Menge von etwa 25 g Laktose (entspricht etwa einem halben Liter Milch) entsprechende Symptome. Kleinere Laktosemengen (unter 12 g), wie sie etwa ein einem Glas Milch vorkommen, werden dagagen oft gut toleriert. Eine weitere Alternative ist laktosefreie Milch. Sie enthält alle wichtigen Nährstoffe wie Calcium und Eiweiß und ist laktosefrei.
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Übrigens: Alle hier aufgeführten Intoleranzen können auch in Kombination auftreten!