Leiden Sie nach dem Genuss von Milch oft unter Blähungen und Durchfall und haben vielleicht auch noch Bauchschmerzen?
Beantworten Sie einfach die Fragen unseres Schnelltests. Sollte sich der Verdacht erhärten, dass Sie möglicherweise unter einer Laktoseintoleranz leiden, dann bitten Sie Ihren Hausarzt oder einen Gastroenterologen um die Durchführung eines medizinischen Tests.
Diese vier Testverfahren stehen zur Verfügung:
Bei dem Laktosebelastungstest müssen Sie zunächst mehrere Tage eine laktosefreie Diät einhalten. Dabei muss auch versteckte Laktose (z.B. in Wurst- oder Backwaren) vermieden werden.
Treten in dieser Zeit keine Symptome auf, ist eine Laktoseintoleranz wahrscheinlich.
Anschließend wird der Laktosebelastungstest (oder Expositionstest) durchgeführt. Dazu müssen Sie nach Beendigung der Diätphase eine genau definierte Menge (meist 25 g) Laktose in Wasser auflösen und trinken.
Wenn innerhalb weniger Stunden die typischen Symptome auftreten, besteht eine Laktoseintoleranz. Häufig ist die Diagnose jedoch nicht eindeutig, weil nur eine unvollständige Intoleranz besteht.
Bitte beachten Sie: Die hohe Aufnahme von Laktose kann bei empfindlichen Personen schwere Symptome auslösen, die allerdings reversibel sind.
Für den H2-Atemtest müssen Sie eine genau definierte Menge (meist 25 g) Laktose in Wasser auflösen und auf nüchternen Magen trinken. Über die folgenden zwei bis drei Stunden wird alle 30 oder 60 Minuten der Wasserstoffgehalt in der Atemluft bestimmt. Steigt dieser Wert über 20 ppm zum vorher bestimmten Ausgangswert, weist dies auf eine unzureichende Aufspaltung der Laktose hin.
Das Prinzip hinter dem Test: Unverdaute Laktose gelangt in den Dickdarm und wird von den Bakterien im Dickdarm fermentiert. Dabei entsteht Wasserstoff (H2), der leicht ins Blut übergeht. Da Wasserstoff schlecht löslich ist, wird der Großteil ausgeatmet. Der gemessene Wasserstoffgehalt beim Ausatmen spiegelt die Wasserstoff-Produktion im Darm wider.
Das Testergebnis kann allerdings durch eine Antibiotika-Therapie bzw. eine bestehende Fehlbesiedlung des Dünndarms verfälscht werden. Zudem gibt es so genannte „Non-H2-Producer“, bei denen der H2-Atemtest kein Ergebnis bringt. In diesem Fall besitzen die Betroffenen keine Wasserstoff produzierenden Darmbakterien. Dann ist der Blutzucker-Test zur Diagnose besser geeignet.
Bitte beachten Sie: Auch beim H2-Atemtest kann die hohe Laktoseaufnahme vorübergehend typische, aber reversible Symptome auslösen.
Bei diesem Test wird nach der Aufnahme von Laktose der Glukose-Gehalt im Blut gemessen. Damit kann die Aktivität des Enzyms Laktase bestimmt werden. Da bei Menschen, die über das Enzym Laktase verfügen, Laktose in Galaktose und Glukose gespalten wird, müsste der Glukose-Gehalt (Blutzuckerwert) nach der Einnahme von Laktose ansteigen. Kommt es nicht zu einem Glukose-Anstieg, besteht der Verdacht einer Laktoseintoleranz.
Und so wird der Test üblicherweise durchgeführt:
Menschen, die nicht an einer Laktoseintoleranz leiden, weisen in venösem Blut einen Anstieg von über 20 mg/dl auf, in Kapillarblut steigt der Blutzuckerwert um 25 mg/dl. Liegt der Anstieg deutlich darunter, etwa bei 10 mg/dl in venösem Blut, deutet dies auf eine Laktoseintoleranz hin.
Falsch negative Ergebnisse sind bei Patienten mit latentem oder manifestem Diabetes mellitus möglich.
Bitte beachten Sie: Ebenso wie beim Laktosebelastungstest und beim H2-Atemtest kann die hohe Laktosemenge vorübergehend typische Symptome auslösen.
Seit einiger Zeit werden zunehmend genetische Tests durchgeführt. So funktioniert ein solcher Test:
Je nach Genotyp werden unterschiedliche Mengen an Laktose vertragen. Die Bestimmung des sogenannten LCT-Genotyps gewinnt zur Diagnose der primären Laktoseintoleranz zunehmend an Bedeutung. Ein Grund dafür ist sicher, dass die Aufnahme großer Laktosemengen zur Diagnosestellung nicht notwendig ist.