Bei Milch, Käse oder Joghurt wissen wir sofort, was drin ist. Denn jeden Tag stehen sie auf unserem Tisch. Aber Molke? Ein neues Fitnessgetränk oder ein Produkt der Käseherstellung?
Genau genommen beides, denn Molke wird bei der Verarbeitung von Milch zu Käse als flüssiger Teil abgeschieden. Da ihre Zusammensetzung aus ernährungsphysiologischer Sicht sehr wertvoll ist, eignet sie sich für Gesundheitsbewusste als kalorienarmes Getränk. Denn trotz ihres niedrigen Energiegehaltes enthält sie viele wichtige Nährstoffe und Vitamine. Vor allem der hohe Anteil an B-Vitaminen sowie Calcium und Kalium ist bedeutend. Zudem ist das Eiweiß der Molke besonders hochwertig.
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Inhaltsstoffe |
Molke (sauer) |
Vollmilch 3,5% Fett |
| Energie (kcal) | 21 | 64 |
| Fett (g) | Spuren | 3 |
| Eiweiß (g) | 1 | 4 |
| Kohlenhydrate (g) | 4 | 5 |
| Laktose (g) | 4-5 | 5 |
| Calcium (mg) | 100 | 120 |
| Kalium (mg) | 140 | 155 |
| Vitamin B1 (mg) | 0,04 | 0,04 |
| Vitamin B2 (mg) | 0,14 | 0,18 |
| Vitamin B12 (mg) | 0,2 | 0,4 |
Quelle: Heseker/Heseker: Die Nährwerttabelle, Umschau-Verlag, 2010
Je nach Zusatz entsteht bei der Käseherstellung Süß- oder Sauermolke. Wird – wie bei der Herstellung von Schnitt- und Hartkäse – Lab* zugesetzt, bezeichnet man die entstehende Molke als Süßmolke. Für die Produktion von Quark oder Frischkäse wird Milchsäure zugesetzt, die Molke heißt demnach Sauermolke. In ihren Inhaltsstoffen unterscheiden sich Süß- und Sauermolke nur wenig.
Molke eignet sich auch, um das Immunsystem anzuregen. Verantwortlich dafür sind in der Molke enthaltene spezielle Eiweiße (z.B. Lactoferrin, Immunglobuline, Serumalbumin und Lactalbumine).
Schon Hippokrates bezeichnete die Molke als „heilendes Serum der Milch“. Und auch heute erfreut sich die Molke wachsender Beliebtheit. So werden in vielen Heilbädern Molkenkuren angeboten und das Angebot an geschmacklich „aufgepeppten“ Molkegetränken wächst. Auch zum Fasten eignet sich die Molke. Das sogenannte Molkenfasten ist eine besondere Form des Heilfastens, bei der täglich bis zu 3 Liter Molke und Kräutertees (Weißdorn, Löwenzahn, Brennnessel, Schafgarbe) getrunken werden. Kohlensäure- und natriumarmes Mineralwasser sind zudem in unbegrenzter Menge erlaubt. Da dies „kurmäßig“ erfolgt, spricht man auch von Molkekur. Eine solche Trinkkur dauert zwischen wenigen Tagen bis zu vier Wochen. Dabei wird die Molke als „Heilwasser“ gegen verschiedene Krankheiten angesehen. Besonders der in der Molke enthaltene Milchzucker sowie die Milchsäure sollen sich positiv auf die Besiedelung der Darmflora und die Darmfunktion auswirken.
*Lab ist ein Enzymgemisch, das schon in kleinen Mengen Milch gerinnen lässt.